Griechische und lateinische Philologie
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Neulateinisches Kolloquium

Montag, 18-20 Uhr c.t.
Geschwister-Scholl-Platz 1, Raum M 003


Neulateinisches Colloquium (mit Prof. Dr. Claudia Wiener):
Jacobus Balde SJ, Maximilianus Primus Austriacus

Beginn: 09.04.2018, Ende: 09.07.2018


Wie kaum ein anderer deutscher Kaiser hat Maximilian I. (1508–1519), der „letzte Ritter“, die Bewunderung seiner Zeitgenossen erregt und noch die Phantasie der Nachwelt beflügelt. Doch kaum einer hat sich so für ihn begeistert wie ein junger Jesuit, Theologiestudent an unserer Universität (damals noch in Ingolstadt), Jakob Balde, der gut ein Jahrzehnt später Deutschlands berühmtester Dichter werden sollte. In seinem Prosa und Poesie kühn mischenden „Maximilianus Primus Austriacus“ (1631), dem ersten Werk, das er aus freiem Antrieb geschrieben hat, verherrlicht er die Tugenden des Kaisers, die gut stoisch in überwundenen Affekten bestehen sollen (wobei diese aber nach der verbindlichen Ethik des Thomas von Aquin angeordnet sind). Ihm attestiert Balde eine Heldengröße, die ihn sogar über kleinliche moralische Rücksichten emporhebe.

Trotz angemessener Bedenken gegen solche Grundsätze lesen wir im Sommersemester diese packende Schrift, mit der Balde eine neue Form der Biographie versucht hat. Dies geschieht auch im Hinblick darauf, dass man im nächsten Jahr 2019 den 500. Todestag eines Kaisers begehen wird, der mehr als ein anderer lateinische Poesie und Sprachkunst gefördert hat.

Unser Balde-Colloquium gibt seit nun schon über 30 Jahren jedem interessierten Studenten Gelegenheit, out of the mainstream erstklassige und attraktive Literatur kennen zu lernen und sich eventuell ein eigenes, dankbares Forschungsgebiet zu erschließen. Gerade auch Anfänger sind willkommen. Niemand wird zum Übersetzen genötigt. Texte werden zur Verfügung gestellt.


Literatur:

  • Jacobus Balde, Opera poetica omnia, 8 Bde., München 1729 (ND 1990), dort Bd. 8, 333-436
  • Georg Westermayer, Jacobus Balde, sein Leben und seine Werke, München 1868 (Ndr. 1998)
  • Wilfried Stroh, Baldeana, München 2004
  • Thorsten Burkard u.a. (Hg.), Jacob Balde im kulturellen Kontext seiner Epoche, Regensburg 2006
    (Darin S.27-37: Karlheinz Töchterle: „Kraftvolle Keime. Zu Jacob Baldes Jugendwerk ,Maximilianus Primus Austriacus‘“)
  • Digitalisate der Erstausgabe: über BSB.
  • Sonstige Ausgaben und Sekundärliteratur sind zu erschließen über http://stroh.userweb.mwn.de/main7.html