Lehre Latinistik Wintersemester 2026/27
VORLESUNGEN
Römische Epik - C. Wiener
Aufbau- / Vertiefungsvorlesung Lat. Literatur
Die Vorlesung gibt einen Einblick in die Entwicklungslinien und Besonderheiten der römischen Epik von Ennius zu Vergil und der Weiterentwicklung in Auseinandersetzung mit Vergil bei Lucan, Silius Italicus, Statius und Valerius Flaccus.
Veranstaltungsnummer: 13084
Raum: Geschwister-Scholl-Platz 1, A 017
SEMINARE
Hauptseminar Lat. Literatur (Vertiefung) - V. Schulz: Die Rhetorica ad Herennium und Rhetorik in Rom
Hauptseminar Lat. Literatur (Vertiefung)
V. Schulz: Die Rhetorica ad Herennium und Rhetorik in Rom
Im Seminar und in der dazugehörigen Übung befassen wir uns ausführlich mit dem ersten römischen Rhetorik-Handbuch. Die Rhetorica ad Herennium steht als literarisches Werk im Zentrum des Seminars. Durch die Lektüre und Analyse des Werkes verschaffen wir uns einen Überblick über rhetorische Techniken und die Rhetorik als System. Dabei diskutieren wir auch die Rolle der Rhetorik in Rom insgesamt. Insbesondere in der Übung vertiefen wir zudem Kenntnisse über wissenschaftliches Arbeiten (wissenschaftliche Vorträge, Hausarbeiten, Recherchieren und Bibliographieren, sinnvoller Einsatz von KI). Den Semesterplan erstellen wir abhängig von der Teilnehmerzahl zu Beginn des Semesters. Das Seminar und die Übung werden zusätzlich von einem Tutorium begleitet, das in Blockform abgehalten wird. Als Textgrundlage empfehle ich Ihnen die Loeb-Ausgabe von Harry Caplan, als Vorbereitung für das Seminar die Lektüre von Manfred Fuhrmanns "Die antike Rhetorik: eine Einführung" (München 1984 und Nachdrucke). Bitte lesen Sie für die erste Sitzung das Kapitel "Roman Rhetorical Handbooks" in "A Companion to Roman Rhetoric" (Oxford/Malden, Mss. 2007, edd. Dominik/Hall).
Veranstaltungsnummer: 13078 (Gruppe 01)
Hauptseminar Lat. Literatur (Vertiefung) - K. Weidner: Pseudoautorschaft
Hauptseminar Lat. Literatur (Vertiefung)
K. Weidner: Pseudoautorschaft
Moderne Ausgaben kommunizieren den Autor selbstverständlich auf Cover und dem Titelblatt: Woher wissen wir allerdings, dass wir einen Cicero vor uns haben, wenn wir einen Cicero vor uns haben? Autorschaft ist nie nur eine biographische Randnotiz, sondern eine Zuschreibung von Autorität, Deutungsmacht und Wahrheitsanspruch, denn wer einen Text mit einem Namen versieht, entscheidet, wie ernst, wie kanonisch und wie verbindlich er gelesen wird.
Im Seminar werden wir uns dem Phänomen der Pseudoautorschaft in der lateinischen Literatur widmen – fingierter und belegter, verschleierter und offenkundiger Autorschaft. Nach einer theoretischen Einführung am Beispiel von Senecas Apocolocyntosis werden wir ein breites Spektrum von Texten von Spätantike bis Früher Neuzeit lesen: Wie ist die Frage der Autorschaft im Text kommuniziert? Ist der kommunizierte Autor der historische? Welche Hinweise finden wir bei Zeitzeugen, in Rezeption und Handschriftenzeugen, und welche Kriterien hat die Forschung angelegt?
Die konkrete Textauswahl und die Schwerpunktsetzung der Übung werden wir in der ersten Sitzung besprechen, ich berücksichtige Ihre Wünsche gerne; in jedem Fall werden diejenigen, die den Kurs als Editionswissenschaftliches Seminar besuchen, die Gelegenheit zur Edition erhalten und insbesondere in der Übung entsprechend unterstützt werden. Literatur und Handschriftenzeugen werden Ihnen auf Moodle zur Verfügung gestellt.
Veranstaltungsnummer: 13078 (Gruppe 02)
Raum: Geschw.-Scholl-Pl. 1 (M) - M 207
Hauptseminar Lat. Literatur (Aufbau) - C. Wiener: Vergil, Aeneis VII-XII
Hauptseminar Lateinische Literatur (Aufbau)
C. Wiener: Vergil, Aeneis VII-XII
In der "iliadischen" Hälfte seiner Aeneis führt uns Vergil in das Italien vor Roms Gründung. Es ist spannend zu sehen, wie er Lokalsagen und Mythen, die in augusteischer Zeit wieder an Wirkung gewinnen (etwa der Hercules der Ara maxima), einarbeitet, aber auch, wie er den Aineias der Ilias, der zwar mit allen wichtigen griechischen Helden kämpft, aber immer verliert, als epischen Helden im Kampf rehabilitiert.
Wir könen natürlich nicht sechs Bücher mit gleicher Intensität besprechen. Es wäre daher wichtig, dass Sie sich in den Semesterferien auf Deutsch die entsprechende inhaltliche Übersicht verschaffen. Mit Übersetzungen wie der von Edith und Gerhard Binder (Reclam) oder den Tusculum-Ausgaben sollte das leicht und amüsant zu machen sein. Außerdem möchte ich Sie bitten, Buch V (Diomedes-Aristie) und Buch XXII (Achilleus im Kampf mit den Wunderwaffen) der Ilias auf Deutsch zu lesen.
Ein Reader mit der Textauswahl für die intensive Besprechung im Seminar und der Semesterplan werden rechtzeitig vor Semesterbeginn eingestellt.
Veranstaltungsnummer: 13083 (Gruppe 01)
Hauptseminar Lat. Literatur (Aufbau) - F. Horn: Statius, Thebais
Hauptseminar Lat. Literatur (Aufbau)
F. Horn: Statius, Thebais
Das Seminar widmet sich der Thebais des römischen Dichters Statius (ca. 40 - 96 n. Chr.), einem der bedeutendsten, aber lange Zeit unterschätzten Epen der Kaiserzeit, das in 12 Büchern den Zug der Sieben gegen Theben behandelt. Im Mittelpunkt stehen u.a. die literarische Gestaltung des Bruderkriegs sowie die Frage, wie Statius mit griechischen Mythen umgeht und sie teilweise neu interpretiert. Zudem werden Aufbau und Erzählstrukturen sowie zentrale Themen des Epos wie Gewalt, Herrschaft, Schicksal, Familienkonflikte und göttliches Eingreifen analysiert und in ihren politischen, philosophischen und poetologischen Zusammenhängen diskutiert. Es ist zu empfehlen, sich vorab mit dem Inhalt des Epos vertraut zu machen.
Mit der intensiven Lektüre ausgewählter Passagen im lateinischen Original vermittelt das Seminar Einblicke in die literarische Tradition der Thebais und ihre Bezüge zu anderen Texten der lateinischen und griechischen Literatur. Ein besonderer Fokus liegt neben den erzählerischen Strategien und der sprachlichen Gestaltung des Epos v.a. auch auf der Einübung und Vertiefung philologischer Methoden, die auf die Abfassung einer Seminararbeit hinführen sollen.
Ein Seminarplan wird zum Beginn des neuen Semesters bereitgestellt werden.
Veranstaltungsnummer: 13083 (Gruppe 02)
Basisseminar Lat. Dichtung - C. Uiting: Komödien des 12. Jahrhunderts
Basisseminar Lateinische Dichtung
Gruppe 01 (Uiting): Komödien des 12. Jahrhunderts
Im 12. Jahrhundert entsteht in Nordfrankreich eine Reihe von Texten, die in der modernen Forschung als Elegienkomödien bezeichnet werden. Zwei wirkungsvolle Vertreter dieses Genres wollen wir genauer anschauen: Geta von Vitalis von Blois, der den Stoff von Plautus’ Amphitryon aufnimmt, und den ovidisch geprägten Pamphilus de amore. Die Texte sind überwiegend in Figurenrede gehalten, waren jedoch kaum für eine theatralische Aufführung gedacht. Daran lassen sich viele Fragen anknüpfen, etwa zur Rezeption und Transformation antiker Stoffe und Formen oder zum Gattungsverständnis, aber auch zum Milieu ihrer Entstehung oder zur materiellen Überlieferung.
Da das Seminar mit einer Hausarbeit abgeschlossen wird, besprechen wir zudem Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens. Materialien werden über Moodle zur Verfügung gestellt.
Leseausgabe: Keith Bate (ed.), Three Latin Comedies (Toronto Medieval Latin Texts 6), Toronto 1976.
Die Veranstaltung findet voraussichtlich in Raum M 005 im Hauptgebäude statt.
Veranstaltungsnummer: 13080
Raum:
Basisseminar Lat. Dichtung - L. Müller: Zwischen Zukunft und Vergangenheit: Vergils Aeneis, Buch I und VIII
Basisseminar Lat. Dichtung
Gruppe 02 (Müller): Zwischen Zukunft und Vergangenheit: Vergils Aeneis, Buch I und VIII
Vordergründig erzählt Vergils Aeneis von den Irrfahrten und Kämpfen des Troja-Flüchtlings Aeneas und der Ursprungsgeschichte des römischen Volkes. Immer wieder lässt der Dichter allerdings den zeitlichen Rahmen der epischen Handlung hinter sich und stellt eine Verbindung her zwischen der im Epos erzählten mythischen Vergangenheit und der eigenen Gegenwart, dem augusteischen Prinzipat. Damit wird die Aeneis auch zu einer Erzählung über den Prinzipat des Augustus, in dem die geschichtliche Bestimmung Roms ihre Verwirklichung findet.
Wir gehen anhand der Bücher I und VIII der Frage nach, wie Vergil verschiedene zeitliche Ebenen seines Gedichts miteinander verknüpft, nicht nur indem wir fragen, was Vergil seinem Publikum über Roms Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erzählt, sondern besonders auch, wie Sprache und Form des lateinischen Textes Verbindungen zwischen der erzählten Zeit und der historischen Gegenwart des Dichters herstellen.
Das Seminar verbindet die genaue Lektüre und Übersetzung ausgewählter Passagen mit studentischen Vorträgen und Diskussionen. Dabei werden grundlegende Methoden der philologischen Analyse und des wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt und gleichzeitig die Fähigkeit entwickelt, eigenständige Interpretationen lateinischer Dichtung zu formulieren. Das Seminar schließt mit einer Hausarbeit ab.
Veranstaltungsnummer: 13080
Raum: Schellingstr. 9 - 101
VERTIEFUNGSLEKTÜREKURSE
Vertiefungslektüre Lat. Prosa - P. Riedl: Tacitus Historiae
Vertiefungslektüre Lat. Prosa
P. Riedl: Tacitus, Historiae
Wir werden uns in diesem Kurs vornehmlich mit den ersten drei Büchern der Historien beschäftigen, in denen Tacitus das Bürgerkriegsgeschehen des sog. Vierkaiserjahres 69 n. Chr., die rasche Abfolge der Kaiser Galba, Otho und Vitellius bis zum Sieg der Flavier unter Vespasian beschreibt. Die genauere Betrachtung von zentralen Stellen innerhalb dieser Bücher wird Gelegenheit bieten, mit der nicht immer ganz einfachen, aber faszinierenden Sprache und Darstellungsweise sowie dem besonderen Stil des Tacitus näher vertraut zu werden. Auf genauer Übersetzung und Sprachbetrachtung wird daher ein wesentlicher Schwerpunkt dieses Kurses liegen. Darüber hinaus wird uns die Lektüre die Möglichkeit geben, zu beobachten, wie meisterhaft Tacitus die Personen bzw. Kollektive charakterisiert und den Fortschritt des historischen Geschehens gestaltet.
Textausgabe: Cornelii Taciti libri qui supersunt, Bd. 2,1: Historiarum libri, ed. K. Wellesley Leipzig 1989.
Veranstaltungsnummer: 13076
Raum: Amalienstr. 73A - 020
Vertiefungslektüre Lat. Prosa - J. Büge: Lectura Vulgatae: Das alttestamentliche Canticum canticorum und der Kommentar des Bernhard von Clairvaux (gest. 1153)
Vertiefungslektüre Lat. Prosa
Gruppe 02 (Büge): Lectura Vulgatae: Das alttestamentliche Canticum canticorum und der Kommentar des Bernhard von Clairvaux (gest. 1153)
Das "Lied der Lieder" (lat. Canticum canticorum, Hoheslied) ist trotz seiner Kürze eines der kontroversesten Bücher des Alten Testaments. Dem Literalsinn nach oft erotische Liebeslieder stellten eine Herausforderung bei der Rezeption des biblischen Kanons dar, doch regten sie auch die Kommentartradition wie kaum ein anderes Buch der Bibel an. Mit dem Zisterziensermönch Bernhard von Clairvaux (gest. 1153) tritt im 12. Jahrhundert ein Autor auf, der 86 Predigten zum Canticum canticorum verfasste und damit den maßgeblichen Kommentar des Mittelalters zu diesem Text vorlegte. Seine allegorischen Auslegungen wurden in den mystischen Strömungen seit dem hohen Mittelalter breit rezipiert. Im Seminar wird das Canticum canticorum in der Fassung der Vulgata gelesen (Teil des bayerischen Lehrplans), flankiert von Auszügen aus den Hoheliedpredigten. Alle Texte werden auf Moodle zur Verfügung gestellt, zur Teilnahme sind Studierende aller Fächer mit Lateinkenntnissen ausdrücklich ermutigt.
Textgrundlage: Biblia sacra iuxta Vulgatam versionem, 5. Aufl., Stuttgart 2007; Bernhard von Clairvaux. Sämtliche Werke. Gesamtausgabe, hg. von Gerhard B. Winkler, Bd. 5/6, Predigten über das Hohelied, Innsbruck 1994/1995
Veranstaltungsnummer: 13076
Raum: Amalienstr. 73A - 220
Vertiefungslektüre Lat. Dichtung - F. Horn: Statius, Achilleis
Vertiefungslektüre Lat. Dichtung
Gruppe 02 (Horn): Statius, Achilleis
Im Mittelpunkt dieses Kurses steht die vollständige Lektüre des unvollendeten Epos Achilleis des kaiserzeitlichen Dichters Statius (ca. 40-96 n. Chr.), das die Jugend des Achill und seine Zeit auf Skyros vor dem Ausbruch des Trojanischen Krieges schildert, bevor es unvermittelt abbricht. Um die Übersetzungskompetenz zu steigern, werden v.a. sprachliche, stilistische und metrische Fragestellungen thematisiert, aber auch erzähltechnische Besonderheiten sowie die Einordnung des Werkes in die epische Tradition angesprochen werden.
Für die erste Sitzung ist das Proöm des Werkes (Stat. Ach. 1-19) vorzubereiten.
Textausgabe: P. Papini Stati Achilleis, rec. A. Marastoni, Leipzig 1974.
Der lateinische Text sowie ein Semesterplan werden zum Beginn des Semesters in LSF bereitgestellt.
Veranstaltungsnummer: 13085
Raum: Amalienstr. 73A - 018
Vertiefungslektüre Lat. Dichtung - T. Uhle: Ovid, Metamorphosen 12-15
Vertiefungslektüre Lat. Dichtung
Gruppe 01 (Uhle): Ovid, Metamorphosen (Auswahl aus den Büchern 12-15)
Ziel der Lehrveranstaltung ist es, durch gründliche Textlektüre die Übersetzungskompetenz zu vertiefen. Zudem sollen vertiefte Kenntnisse in der Gattung Römisches Epos erworben werden. Wir werden Auszüge aus den Büchern 12-15 von Ovids Metamorphosen lesen. Neben Übersetzungsproblemen werden dabei auch metrische, inhaltliche und literaturwissenschaftliche Fragen diskutiert.
Für die erste Sitzung sind die Verse 1-38 des zwölften Buchs (Ov. met. 12,1-38) vorzubereiten und zu übersetzen.
Textausgabe: P. Ovidi Nasonis Metamorphoses, rec. R.J. Tarrant, Oxford 2004.
Der lateinische Text wird vor Semesterbeginn in LSF als PDF zum Download bereitgestellt.
Veranstaltungsnummer: 13085
Raum: Theresienstr. 41 - C 112