Lehre Latinistik Sommersemester 2026
VORLESUNGEN
Aufbau und Vertiefung: V. Schulz: Literatur unter Augustus Gleichzeitigkeiten und Wechselwirkungen
Veranstaltungsnummer: 13063
SEMINARE
Hauptseminar: C. Wiener/B. Posselt: Editionswissenschaftliches Seminar
Vertiefungsseminar Lateinische Literatur Oberstufe
Die 'typisch' römischen Begriffe wie virtus, libertas, fides, dignitas, iustitia, pietas, religio etc. kommen in allen Texten und Kontexten vor und sind bekanntlich ebenso interessant wie schwierig. Denn an diesen Werten werden die komplexen Unterschiede zwischen der römischen Gesellschaft und unserer sehr deutlich. Wir wollen versuchen, anhand von Passagen aus verschiedenen Büchern von Livius die grundlegenden Konzepte zu verstehen. Auch Möglichkeiten, die Begriffe zu übersetzen, werden besprochen.
Das Modul besteht aus zwei Teilen - Seminar und Übung -, die eng ineinandergreifen (mit kurzer Mittagspause): In 14.1. werden wir uns vor allem inhaltlichen Fragen zuwenden (den Begriffen, den exemplarischen Passagen und dem jeweiligen weiteren literarischen und historischen Kontext), in 14.2. den Methoden (Begriffsuntersuchung / Semantik, Methoden der Interpretation, intensive und extensive Lektüre, Forschungsliteratur finden und nutzen, Vorgehen beim Entwickeln und Verfassen der Hausarbeit zum Seminar).
In beiden Modulteilen wird gemeinsam gearbeitet, die Textpassagen und Forschungsliteratur sind jeweils von allen vorzubereiten, so dass wir darüber diskutieren können.
Veranstaltungsnummer: 13053
Hauptseminar: K. Weidner Carmina Burana (Übung: C. Uiting)
Hauptseminar
Zotige Trinklieder, bezaubernde Liebeslyrik, scharfe Kirchenkritik: die sogenannten Carmina Burana (Kärnten/Steiermark, Anfang 13. Jahrhundert) das berühmte Liederbuch, welches heute in der Bayerischen Staatsbibliothek aufbewahrt wird, beinhaltet das gesamte Spektrum der lateinischen (und eine Auswahl deutscher) Lyrik des Mittelalters.
Im Seminar werden wir den Codex Buranus als Ganzen eingehend untersuchen und nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen der mittellateinischen Lyrik eine Auswahl der Gedichte im Detail studieren. Neben der aktuellen Forschung aus der Kodikologie und Philologie, Musikwissenschaft und Geschichte werden Sie über die (hochgradig variante) Parallelüberlieferung auch andere Anthologien des 12. und 13. Jahrhunderts kennenlernen. Geplant sind außerdem Gastvorträge und eine Exkursion in die BSB.
Die Carmina Burana sind Bestandteil des Bayerischen Lehrplans. Sowohl Lehramtsstudierende wie Studierende der mediävistischen Disziplinen sind herzlich willkommen. Lateinkenntnisse sind von Vorteil, wobei in der Textausgabe von Konrad Vollmann im Deutschen Klassiker Verlag eine solide Übersetzung vorliegt.
Veranstaltungsnummer: 13053
Hauptseminar: L. Müller: Dichtung und Dichtungstheorie im Augusteischen Rom: Die Ars poetica des Horaz
Basisseminar: L. Büchler: Kaiser Claudius im literarischen Porträt: Fremd- und Selbstbilder bei Seneca, Tacitus, Sueton und in der Tabula Lugdunensis
Veranstaltungsnummer: 13051
Basisseminar: F. Horn: Cicero, De natura deorum
Basisseminar Lateinische Prosa
Veranstaltungsnummer: 13051
LEKTÜREKURSE
Vertiefung Prosa: S. Fischer: Seneca Naturales Quaestiones
Veranstaltungsnummer: 13052
Vertiefung Prosa: T. Uhle: Augustinus, De utilitate credendi
Vertiefungslektüre Lateinische Literatur: Prosa
n dem apologetischen Traktat De utilitate credendi, entstanden 391/92 in Hippo Regius, verteidigt Augustinus den katholischen Glauben gegen die Polemik der Manichäer. Augustinus wendet sich insbesondere gegen die manichäische Grundannahme, dass das Glauben dem rationalen Erkennen entgegenstehe, indem er argumentiert, dass das Glauben vielmehr eine notwendige Vorbedingung für das Finden der Wahrheit sei.
Wir werden im Kurs neben der Einleitung vor allem die Passagen zur methodischen Rolle des Glaubens bei der Wahrheitserkenntnis (§§ 20ff.) gemeinsam lesen, übersetzen und diskutieren.
Veranstaltungsnummer: 13052
Vertiefung Prosa: C. Uiting: Notker Balbulus, Gesta Karoli
Vertiefungslektüre Lateinische Literatur: Prosa
Notker I. von St. Gallen (gestorben 912), besser bekannt unter seinem Beinamen 'Balbulus', ist ein vielseitiger Autor des frühen Mittelalters. Er arbeitete in den 880er Jahren an einer Darstellung der Taten Karls des Großen, wobei sich Notker nicht als trockener Chronist, sondern als anekdotenreicher Erzähler erweist.Das Werk blieb unvollendet und wurde erst zwei Jahrhunderte später rezipiert.
In der Übung steht zielsprachenorientiertes Übersetzen im Mittelpunkt. Daneben werden Eigenheiten nachantiker Latinität sowie Fragen der Überlieferung und Literaturgeschichte angesprochen.
Veranstaltungsnummer: 13052
Vertiefung Dichtung: P. Riedl: Ovid, Heroides
Lektürekurs
Veranstaltungsnummer: 13064
Vertiefung Dichtung: C. Uiting: Ruodlieb – Fragmente eines anonymen Ritterepos vom Tegernsee
Vertiefungslektüre Lateinische Literatur: Dichtung
In der Mitte des 11. Jahrhunderts entstanden, gilt der "Ruodlieb" als Vorläufer des höfischen Romans. Rund 2300 leoninische Hexameter sind in achtzehn Fragmenten erhalten, die eine ungewöhnliche Mischung lateinischer Dichtung und deutscher Heldensage darstellen, ein poetisches Experiment.
In der Übung steht zielsprachenorientiertes Übersetzen im Mittelpunkt. Daneben werden Eigenheiten nachantiker Latinität sowie Fragen der Überlieferung und Literaturgeschichte angesprochen.
Veranstaltungsnummer: 13064
Vertiefung Dichtung: C. Wiener: Jacobus Balde, Batrachomyomachia = Neulateinisches Forschungskolloquium
Jeder, der griechische und lateinische Epen schätzt, ist eingeladen, den großen Spaß des pseudohomerischen Frosch-Mäuse-Kriegs in einer wunderbaren lateinischen Fassung nachzuvollziehen.
Als Rhetoriklehrer in Ingolstadt hat Balde für seinen Unterricht dieses Epos mit fünf Büchern Umfang vorgelegt. Dass er es aber nicht nur als literarisches Spiel betrachtet hat, geht aus seiner moralphilosophischen und zeitkritischen Auslegung hervor, die auf die Ereignisse des Dreißigjährigen Kriegs Bezug nimmt. Wir wollen eine Auswahl aus den fünf Büchern lesen und zusammen mit diesem Kommentar, dem sog. Usus, interpretieren.
Jacob Baldes Sprache ist nicht einfach, aber es macht den Reiz des Forschungskolloquiums aus, mit vereinten Kräften und Knobelei die anspielungsreichen Texte zu enträtseln.
Für dieses Werk können wir immerhin schon auf Vorarbeiten zurückgreifen:
Veronika Lukas: Batrachomyomachia. Homers Froschmäusekrieg auf römischer Trompete geblasen von Jacob Balde S.J. (1637/1647). Mit kritischer Ausgabe des ersten Buches, Übersetzung und Kommentar, München 2001.
Peter Mathes: Jacob Balde und seine Batrachomyomachia: Text, Übersetzung, Kommentar unter Einbeziehung der pseudohomerischen Batrachomyomachia, Jacob Baldes Ankündigungsgedicht (Balde Lyr. I, 23) und des Usus, 2 Bde., Heidelberg 2020.
Veranstaltungsnummer: 14320
Lyrik und Elegie - T.Uhle/ M. Duldinger: Auswahl aus Catull, Properz, Tibull, Ovid, Horaz
Lateinische Lektüre Dichtung: Lektüre Lyrik und Elegie
Veranstaltungsnummer: 14315
Prosaübersetzung: F. Casolari-Sonders: Cicero, Pro lege Manilia/De imperio Cn. Pompei
Übung - Basismodul Lateinische Syntax, Grammatik und Übersetzung
Die Pro lege Manilia/De imperio Cn. Pompei ist Ciceros erste Rede vor der Volksversammlung, gehalten im Jahr 66 v. Chr., als er das Amt des Prätors bekleidete. Darin unterstützt er den Gesetzesantrag des Volkstribunen Manilius, der forderte, den Oberbefehl im dritten Mithridatischen Krieg dem erfahrenen Feldherrn Pompeius zu übertragen. Cicero legt in seiner Rede dar, warum gerade Pompeius der einzige sei, der diesen Krieg erfolgreich beenden könne.
Im Kurs werden wir zentrale Abschnitte der Rede gemeinsam lesen, übersetzen und diskutieren. Außerdem knüpfen wir an die Syntaxinhalte des vergangenen Semesters an. Dabei beschäftigen wir uns unter anderem mit der consecutio temporum, mit Gerundialkonstruktionen sowie mit verschiedenen Typen von Nebensätzen. Eine sichere Beherrschung der lateinischen Morphologie wird vorausgesetzt.
Veranstaltungsnummer: 13067
Prosaübersetzung: T. Uhle: Cicero, Pro Sestio
Basismodul Lateinische Syntax, Grammatik und Übersetzung: Einführung Lateinische Prosaübersetzung
Nachdem es während des Jahres 57 mehrfach zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen den jeweiligen Banden des curulischen Ädils P. Clodius auf der einen Seite und der Volkstribunen T. Annius Milo und P. Sestius auf der anderen Seite gekommen war, fand im März 56 ein Prozess de vi (wegen gewaltsamer Umtriebe) gegen P. Sestius statt, der unter anderen von Q. Hortensius und M. Tullius Cicero verteidigt wurde.
In seiner Rede argumentierte Cicero, dass Sestius lediglich aus Notwehr gehandelt habe. Sestius wurde einstimmig freigesprochen. Das Bedeutende an Ciceros Rede hat jedoch weniger mit dem Fall an sich zu tun, sondern liegt in Ciceros langen Ausführungen zum Zustand der römischen Innenpolitik insgesamt und insbesondere zum erbitterten Machtkampf zwischen zwei Gruppen, die Cicero Optimaten und Popularen nennt.
Wir werden im Kurs diese Abschnitte zu Ciceros politischem Programm (§§ 96 ff.) gemeinsam lesen, übersetzen und besprechen. Zudem wird die Syntaxlehre aus dem vorangegangen Semester weitergeführt. Hier beschäftigen wir uns u.a. mit der Consecutio temporum, den Gerundialkonstruktionen und verschiedenen Arten von Nebensätzen. Die sichere Beherrschung der lateinischen Morphologie wird vorausgesetzt.
Veranstaltungsnummer: 13067
Philosophie: F. Casolari-Sonders: Seneca, De providentia
Lektürekurs - Prosa: Philosophie
Senecas Schrift De providentia, vermutlich um das Jahr 64 n. Chr. verfasst, behandelt die stoische Vorstellung von göttlicher Vorsehung und insbesondere die Frage, weshalb gerade guten Menschen Leid widerfährt. In der Übung werden wir den Großteil des Textes gemeinsam lesen und übersetzen.
Dabei befassen wir uns sowohl mit sprachlichen und inhaltlichen Aspekten als auch mit literaturwissenschaftlichen Fragestellungen (z.B. mit möglichen gemeinsamen Punkten zwischen den philosophischen Schriften und den Tragödien des Seneca) und grundlegenden Konzepten der hellenistischen Philosophie.
Veranstaltungsnummer: 13068
Philosophie: F.Horn: Seneca, De ira
Lateinische Lektüre - Prosa: Philosophie
Das Werk De Ira (Über den Zorn) des Seneca (4 v. Chr. – 65 n. Chr.) in drei Büchern wurde vermutlich in den 40er Jahren des 1. Jhd. n. Chr. verfasst und behandelt die Emotion des Zornes im Kontext der stoischen Philosophie.
Neben einer Definition und Erklärung bietet Seneca in seiner Darstellung dieser schädlichsten Leidenschaft insbesondere Ratschläge, wie Tugend und persönliche Weiterentwicklung genutzt werden können, um dem Zorn vorzubeugen.
In diesem Kurs werden wir gemeinsam ausgewählte Passagen aus Seneca’s Schrift De ira lesen und so Grundzüge der Stoa kennenlernen.
Veranstaltungsnummer: 13068
Geschichtsschreibung: L. Hertlein: Commentarii de bello civili
Veranstaltungsnummer 13078