Griechische und lateinische Philologie
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Stefan Feddern

Prof. Dr. Stefan Feddern

Universität Dresden, Latinistik

Expertise

Antike Deklamation, Antike Literaturtheorie

Projekt im Netzwerk: Zwischen Rhetorik und Philosophie. Die rhetorische Argumentation im Rom der späten Republik und frühen Kaiserzeit

In diesem Teilprojekt soll die Argumentation der Redner untersucht und dabei die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis beleuchtet werden. Insbesondere stellt sich dabei die Frage, wie verbindlich die Statuslehre ist, die den Kernbestand der Theorie der Argumentation von Hermagoras bis in die Spätantike (und darüber hinaus) bildet.

Teilweise in Konkurrenz hierzu tritt die divisio-Lehre hervor, insbesondere in den Deklamationen. Nicht zuletzt gibt es zudem die von Cicero prominent vertretene Lehre, dass der Redner vom Einzelfall auf das allgemeine Problem abstrahieren soll, wobei diese allgemeine Argumentation als philosophisch betrachtet wird.

Eine Nähe zur Philosophie könnte sich auch in der divisio-Lehre verbergen, da dieses Argumentationsmuster auf der konsequenten Anwendung von Dichotomien beruht, die von einer allgemeinen Fragestellung zu konkreten Antworten führen. Die dihäretisch vorgehende Argumentation ist insbesondere ein Kennzeichen der Platonischen Akademie.

Daher wird die Argumentation der Redner unter dem Gesichtspunkt von Regel (Theorie) und Regelabweichung (Praxis) sowie mit Blick auf die Grenzen und Grenzüberschreitungen zwischen Rhetorik und Philosophie untersucht. Hierfür bieten sich – neben den Deklamationen – insbesondere Ciceros späte Reden an, vor allem die Philippiken.